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Daseinsvorsorge: Ärztliche Versorgung im Landkreis sicherstellen
Ein wichtiges Thema für die Bevölkerung ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dies gilt in besonderer Weise für das Klinikum Altmühlfranken mit seinen Standorten in Gunzenhausen und Weißenburg, aber auch für die niedergelassenen Ärzte. Der Landkreis hat dazu über die Gesundheitsregionplus in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen umgesetzt. Aktuell gibt es zudem gemeinsam mit dem Kommunalunternehmen Klinikum Altmühlfranken Pläne, wie Allgemeinärzte bei der Praxisnachfolge unterstützt werden können.
Bereits bisher gab es konkrete Projekte, mit denen man Medizinstudierende auf die Region aufmerksam gemacht hat. „Wir versuchen über die Kolleginnen der Gesundheitsregionplus direkt zu unterstützen, haben aber auch verschiedene Maßnahmen bereits in der Vergangenheit ergriffen, um angehende Mediziner über die Möglichkeiten im Landkreis zu informieren und von einer Tätigkeit insbesondere als Hausarzt im Landkreis zu überzeugen. Wir selbst bieten dieses Jahr zum siebten Mal die Medizinische Ferienakademie an: In Praxisworkshops bekommen die Medizinstudierende dabei einen Einblick in die Arbeiten in Praxen und in der Klinik. Zudem zeigen wir, wie attraktiv unsere Region auch zum Leben ist und stellen verschiedene Freizeitmöglichkeit von der Altmühl bis zu den Seen vor. Hier engagieren sich niedergelassene Ärzte und das Klinikum, genauso wie beim BeLA Progamm, das ich noch als Landtagsabgeordneter mit initiiert habe“, so Landrat Manuel Westphal.
Seit 2018 ist der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Lehrregion für das Förderprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ (BeLA). Mit Unterstützung der Gesundheitsregionplus, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, des Klinikums Altmühlfranken als BeLA-Lehrkrankenhaus und verschiedener BeLA-Lehrpraxen im gesamten Landkreis können Medizinstudierende während der Summer- bzw. Winter-Schools praktische Erfahrungen sammeln. Aus beiden Programmen gibt es bereits positive Beispiele und Ärzte haben nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums ihren Weg in den Landkreis gefunden.
Auch der Freistaat Bayern bietet verschiedene Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten an, zu denen die Gesundheitsregion berät.
Um aber die Versorgungssicherheit bei den niedergelassenen Hausärzten noch weiter zu stärken, halten Landrat Westphal, Klinikvorstand Christoph Schneidewin sowie die Mitarbeiterinnen der Gesundheitsregionplus Stefanie Bodensiek und Anne Kube noch einen weiteren Baustein für erforderlich: „Natürlich hat jeder derzeitige Praxisinhaber ein ureigenes Interesse daran, Nachfolger für seine Praxis zu finden, auch besteht die Möglichkeit der Filialbildung. Um die Anreize für junge Mediziner noch weiter zu erhöhen, sich bei uns niederzulassen, sollte zukünftig aber auch die Möglichkeit bestehen, dass Praxen im Rahmen eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) weitergeführt werden können. In diesem Fall würden sich die Ärztinnen und Ärzte in einem Anstellungsverhältnis befinden. Dadurch kommen wir dem Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach.“
Ein solches MVZ könne entweder kommunal gelöst werden, indem die Kommune der Träger ist. Dies sei aber eine sehr komplexe Struktur. Schließlich brauche es dazu auf kommunale Ebene Erfahrung und Fachwissen im medizinischen Bereich oder der dazugehörigen Verwaltung z.B. mit der Abrechnung medizinischer Leistungen. Ein solches kommunales MVZ sei daher eher schwierig zu bewerkstelligen. Stattdessen kann hier das Klinikum Altmühlfranken unterstützen, das bereits MVZ im Fachärztebereich betreibt. Allerdings sollte ein solches MVZ natürlich nur die nachrangige Lösung sein, wenn vom Praxisinhaber niemand gefunden wird, der die Praxis freiberuflich oder als Filialpraxis weiterbetreiben will.
Als eine Art „Pilotprojekt“ soll in einem ersten Schritt im einzig unterversorgten Gebiet des Landkreises bezogen auf die Hausärzte laut dem Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns begonnen werden. Betroffen davon sind die Kommunen Dittenheim, Westheim, Heidenheim und Markt Berolzheim.
„Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es vielen leichter fällt, sich bei uns im ländlichen Raum niederzulassen, wenn dies im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses möglich ist. Die Ziele, die für viele angehende Mediziner heute eine große Rolle spielen, wie Work-Life-Balance oder Teilzeitmöglichkeiten könnten dann auch als angestellter Landarzt oder Landärztin leichter erreicht werden. Bereits bislang hat das Klinikum Altmühlfranken Facharztsitze übernommen, zukünftig wäre es eine Möglichkeit, dass dies auch für Allgemeinarztsitze erfolgt. Klinikvorstand Christoph Schneidwin wird dies nun prüfen, wobei natürlich klar ist, dass die Suche eines interessierten Arztes oder Ärztin über den Praxisinhaber erfolgen muss. Das Klinikum Altmühlfranken kann aber natürlich über eigene Kanäle unterstützen“, erläuterte Westphal.
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sind bereits über die Pläne des Landkreises informiert. „Ich hoffe, dass wir durch dieses Vorgehen, die medizinische Versorgung im Landkreis gemeinsam mit unseren niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auch in Zukunft sicherstellen können“, so Westphal.